Ein Service der

John Brech

Versierter Fachjournalist und Hitler-Apologet

von Claudia Thorn

Nach dem Eintritt Eduard Rosenbaums als Hauptschriftleiter des „Wirtschaftsdienst“ 1928 vermerkte dieser in seiner Arbeitsordnung für die Redaktion:

„Dr. Brech übernimmt an ständigen Arbeiten: Die Beschaffung der Daten zur Wirtschaftslage (Waren, Preise und Märkte, Arbeitsmarkt, Produktion); Monatsübersicht über die Lage der Märkte; Kontrolle der statistischen Übersichten im Warenmarktteil (wöchentliche und monatliche Warenbewegung, Weltmarktpreise), Beteiligung am Korrekturlesen der Aufsätze, nach Bedarf: Redigieren der Warenmarktsberichte und der Aufsätze, die Fragen der Rohstoffmärkte betreffen.“1

Zu dieser Zeit gehörte Dr. John Brech bereits zur Stammbesetzung der „Wirtschaftsdienst“-Redaktion.

John Brech 1956. ©WDR [A] | August Wenzinger | Bildrechte: WDR [A] | Id: 1364651

Der 1902 in Hamburg geborene Brech war nach dem Besuch der Volksschule auf die Oberrealschule gewechselt. Seine Ausbildung wurde allerdings durch den Ersten Weltkrieg und die Einberufung unterbrochen. Bei Kriegsende interniert, kehrte er 1920 aus französischer Kriegsgefangenschaft nach Hamburg zurück. Nach einem Studium der Germanistik, Geschichte und Nationalökonomie in Hamburg und München wurde er 1922 in Literaturgeschichte promoviert. Ab 1923 arbeitete er als Dozent an der Volkshochschule Hamburg und als freier Wirtschaftsjournalist beim „Wirtschaftsdienst“. Er war am Aufbau der NORAG, der Nordischen Radio AG, beteiligt und betreute dort von 1924 bis 1933 das Wirtschaftsprogramm.2 John Brech galt als ökonomisch versiert und gehörte bei der NORAG zu einem Kreis von Fachjournalisten, die als Referenten trotz ihres Status als freie Mitarbeiter einen großen Einfluss auf die Planung der Gremien hatten.3

Beim „Wirtschaftsdienst“ fing John Brech 1923 zunächst als Hilfskraft an, wurde 1928 Redakteur mit umfangreichen Aufgaben und schließlich, nachdem Eduard Rosenbaum im April 1933 aus dem Amt gedrängt worden war, Hauptschriftleiter in Vertretung. Dies war zunächst nur als Interimslösung gedacht. Doch scheint Brech die Stelle sowohl für den neuen Leiter des HWWA, Dr. Bernhard Stichel, wie auch für die weiteren Mitglieder des Verwaltungsrats zur Zufriedenheit ausgefüllt zu haben. Nachdem Werner Bosch, für den Brech wieder ins zweite Glied zurücktreten musste, bereits im September unerwartet seinen Posten aufgab, ernannte der neu zusammengesetzte Verwaltungsrat John Brech in seiner ersten Sitzung am 25.10.1933 zum unbefristeten Hauptschriftleiter.

Seine bisher rege Betätigung als Autor diverser Aufsätze im „Wirtschaftsdienst“ setzte Brech, der dem Wirtschaftsjournalismus viel enger verhaftet war als Eduard Rosenbaum, auch als Chefredakteur bis 1935 mit regelmäßigen Artikeln fort. Ab 1936 erschienen nur noch vereinzelt Beiträge von ihm, darunter eine Würdigung der Zeitschrift anlässlich ihres 20-jährigen Bestehens 1936.

Außer als Chefredakteur des „Wirtschaftsdienst“ war John Brech von 1935 bis 1938 Hamburger Wirtschaftskorrespondent der ehemals bürgerlichen Deutschen Allgemeinen Zeitung". Im Anschluss daran übte er bis 1940 die gleiche Funktion bei der "Frankfurter Zeitung" aus.4

Stand John Brech bereits 1933 der NS-Ideologie nah, näherte er sich Stück für Stück der Ideologie an? Oder traf auf ihn die These Peter de Mendelssohns zu, die starke „Verhaftung des Zeitungsmannes an seinen Beruf“ 5 sei nicht rational zu erklären und deshalb habe diese enge Bindung bei vielen Journalisten dazu geführt, auch während des Nationalsozialismus ihrer Berufung nachzugehen und sich quasi aus Liebe zum Beruf den damit einhergehenden Restriktionen und Lenkungen ihrer journalistischen Tätigkeit zu unterwerfen?

Zumindest in der Anfangszeit der nationalsozialistischen Regierung sah sich der „Wirtschaftsdienst“ weiterhin als Verfechter eines freien Welthandels, ohne jedoch die nationalsozialistische Wirtschaftspolitik direkt anzugehen. Innerhalb der auf den Außenhandel ausgerichteten hamburgischen Wirtschaft, die ganz besonders auf funktionierende internationale Handelsbeziehungen angewiesen war, gab es zunächst noch aktive Bestrebungen, die Interessen des Außenhandels gegen die von der nationalsozialistischen Doktrin angestrebte Autarkiepolitik zu verteidigen, Einfluss auf die Form der staatlichen Wirtschaftslenkung zu nehmen und die Reglementierungen des Exports durch Devisenbewirtschaftung zu verringern. In diesem Zusammenhang forderte der Vorsitzende des Aufsichtsrates der HAPAG, Parteimitglied, Mitbegründer des sog. Keppler-Kreises und Staatsrat Emil Helfferich, John Brech als Hauptschriftleiter des „Wirtschaftsdienst“ 1934 auf, einen Beitrag zur Zukunft des Außenhandels auszuarbeiten, der unter dem Titel „Planung im Außenhandel. Vorschläge und Kritik“ von Helfferich an den Reichsminister für Finanzen Graf Schwerin v. Krosigk weitergeleitet wurde.6

Dieser von Dr. Franz Bargen verfasste Beitrag kommt zu dem Schluss, dass „… das Kompensationsgeschäft sich selbstverständlich nicht den Geboten der nationalen wirtschaftlichen Regulierung entziehen [darf]. Wie England seine staatlichen Machtmittel auf dem Gebiet der Valutapolitik eingesetzt hat im Kampfe um seine Position, so muß auch Deutschland gemäß dem von der Reichsregierung proklamierten Ziele eine Ausrichtung der mannigfachen Arbeitskräfte und Arbeitsmethoden im Außenhandel anstreben, und zwar auf einem Wege, der als brauchbar und gängig auch vom Ausland bewertet wird und zugleich den großen Zielen der nationalen Arbeitsschlacht dient. Unsere Forderung lautet daher: Zentralisierung des Willens und Dezentralisierung der mannigfaltigen Kräfte, die an diesen Willen gebunden der Verwirklichung des großen Zieles in ihren vielgestaltigen Formen dienen.“ Der Autor befürwortet zur Ausweitung des Außenhandels eine staatliche Einrichtung, die Richtlinien für den Warenaustausch vorgibt, ansonsten aber „den Kaufleuten ihre Privatinitiative nicht erschwert, sondern fördert.“7

Eine zur gleichen Zeit von John Brech in einem Exposé befürwortete Zusammenlegung des „Wirtschaftsdienst“ mit den „Mitteilungen der Handelskammer“ begründete Brech u.a. damit, dass die Handelskammer in „… dieser Zeit der öffentlichen Kontrolle aller Tätigkeitsgebiete vielleicht mehr als sonst die Pflicht [habe], auch nach aussen vor ihren Mitgliedern und vor einer grösseren Öffentlichkeit ihr gemeinwirtschaftliches Wirken und Arbeiten durch engere Verbindung mit einem wirtschaftspolitischen Organ, das ohne eigentliche Interessenbindung arbeitet, darzulegen und öffentlich zu dokumentieren.“ 8 Dieser Plan stieß bei dem ehemaligen Hauptschriftleiter des „Wirtschaftsdienst“ und jetzigem stellvertretenden Syndikus der Kammer, Werner Bosch, zwar auf Zustimmung, wurde aber wegen der finanziellen Risiken, die mit der Übernahme des „Wirtschaftsdienst“ verbunden waren, nicht realisiert.

John Brech verteidigte die nun folgende stetige Annährung des „Wirtschaftsdienst“ an die NS-Wirtschaftspolitik 1950 in einem Verhör während seiner nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erfolgten Inhaftierung gegenüber den Behörden der Deutschen Demokratischen Republik: „Auf Grund der politischen Veränderungen in Deutschland, im Jahre 1933, war es natürlich erforderlich, dass wir in unseren Artikeln eine positive Stellung zur Wirtschaftspolitik einnahmen und da ich ab 1933 Hauptschriftleiter dieser Zeitung war, habe ich auch für die gesamte redaktionelle Arbeit verantwortlich gezeichnet. Die Bestrebungen, welche nach 1933 in der sogenannten Autarkie in Erscheinung traten, wurden von unserem Blatt widerlegt und wir traten für ein Weiterbestehen des Weltwirtschaftshandels ein. In der weiteren Entwicklung war es natürlich selbstverständlich, dass diese Artikel in der Folgezeit in der von der NSDAP aufgezeigten Aussenpolitik einen wesentlichen Antrieb fanden und die Rohstoffquellen und die wirtschaftliche Ausnutzung behandelten. Diese Wochenzeitschrift hat während meiner gesamten Tätigkeit, bis 1940, keine parteipolitischen Artikel gebracht.“9

John Brech führte jedenfalls den „Wirtschaftsdienst“ soweit rekonstruierbar ohne Klagen der Gremien durch die ersten sieben Jahre unter nationalsozialistischer Herrschaft und konnte in dieser Zeit seinen Ruf als Wirtschaftsfachmann weiter ausbauen. Der NSDAP trat er im Juli 1937 bei. Er wurde Mitglied im Reichsverband der deutschen Presse und von 1942 bis 1945 gehörte er der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV) und dem Reichsluftschutzbund (RLB) an.10

Der „Wirtschaftsdienst“ geriet mit Beginn des Krieges verstärkt unter Druck. Die Abnahme im Ausland brach ein und ausländische Tauschpartner, die bisher eigene Literatur zur Auswertung durch das HWWA beigesteuert hatten, blieben aus. Wenige Monate nach Kriegsbeginn erschien eine Publikation des neu gegründeten Hamburgischen Welt-Wirtschafts-Instituts e.V. (HWWI). Unter der Überschrift „Ist England stark genug?“ versammelte sie überarbeitete Artikel zur Rolle Englands als Wirtschaftsmacht und militärischer Kraft, die zwischen Mai und August 1939 im „Wirtschaftsdienst“ erschienen waren. Diese Aufsatzsammlung sollte dem „Wirtschaftsdienst“ und nicht zuletzt dem HWWI zu mehr Akzeptanz verhelfen und ihre Arbeiten einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen.

In dem Vorwort des Bandes verfasste John Brech ein eindeutiges Bekenntnis zu Adolf Hitler: „Adolf Hitler aber ist das ewige Deutschland. Sein Werk ist die Wiederherstellung des Reichs, sein Erfolg die Schaffung einer großdeutschen Einheit. Er gebot dem staatlichen Verfall Einhalt und schmiedete die Waffen der Nation ohne Hilfe von außen. Das Werden einer großen Macht bestätigt sich allein in dieser Voraussetzung. Das Deutsche Reich ist wieder eine Ordnungskraft in Europa. (…) Das deutsche Volk steht geschlossen hinter seinem Führer und ist bereit, eine Entscheidung zu erzwingen, die seiner Einheit und seiner Größe in Europa Bestand gewährt.“11 Und in seinem den Band abschließenden Beitrag „Der neue Kontinentalblock – das Ergebnis“ schreibt Brech mit Bezug auf die Allianz zwischen der Sowjetunion und dem Deutschen Reich sowie Italien: „Zum erstenmal in der neueren Geschichte unterliegt der kontinentaleuropäische Raum dem Einfluß von Staaten, die in diesem Raum die ihrer Volkssubstanz natürlichen Ansprüche zu verwirklichen bestrebt sind.“12

Die NS-Presseverwaltung war auf den Wirtschaftsjournalisten John Brech aufmerksam geworden. Im April 1940 wurde er nach Berlin zum Deutschen Verlag abberufen, um sich gemeinsam mit Hans Otto Wesemann des Wirtschaftsteils der neugegründeten Wochenzeitung „Das Reich“ anzunehmen. Hans Otto Wesemann und John Brech kannten sich schon lange. Von 1926 bis 1932 hatte Wesemann als Redakteur regelmäßig im „Wirtschaftsdienst“ publiziert.

„Das Reich“ war eine von der NS-Presseverwaltung unter Federführung von Rolf Rienhardt, dem Stabsleiter im Verwaltungsamt der NS-Presse, gegründete Zeitung. Sie stellte mit einer an den englischen „Observer“ angelehnten Konzeption den Versuch der nationalsozialistischen Presselenkung dar, das intellektuelle Zeitungspublikum mit einem Format anzusprechen, das journalistische, fundierte Berichterstattung statt platter Propaganda bot. Die massive Presselenkung hatte in den zurückliegenden Jahren zur Einförmigkeit der Printmedien geführt, ihre Akzeptanz in der Bevölkerung sank. Mit dem „Reich“ wollte das Presseamt mehr Einfluss auf die Meinungsbildung unter den der NS-Ideologie eher reserviert gegenüberstehenden Bevölkerungsgruppen im Deutschen Reich gewinnen und den Ruf der deutschen Presse im Ausland wiederherstellen.13

Aus dem gesamten Reichsgebiet wurden namhafte Journalisten zusammengezogen, die fachlich hochqualifiziert waren. Nicht der Grad ihrer Identifikation mit dem NS-Staat war förderlichstes Einstellungskriterium, sondern journalistisches Handwerkszeug. Sie wurden entweder von anderen Zeitungen abberufen oder aus Redaktionen von kürzlich eingestellten Printmedien übernommen. Zu ihnen gehörten Margret Boveri, Lothar-Günther Buchheim, Theodor Heuss, Max Planck, Eduard Spranger, Werner Höfer und Carl Schmitt ebenso wie der weithin bekannte NS-Journalist Hans Schwarz van Berk. Nachdem die Zeitung schnell eine hohe Auflage erreichte, nutzte der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Joseph Goebbels sie, indem er den wöchentlichen Leitartikel schrieb.

John Brech selbst erinnerte sich 1956, dass er einen Brief des Direktors des Deutschen Verlags erhielt, in dem ihm nahegelegt wurde, seiner durch den Chefredakteur des „Reich“ Anton Mündler ausgesprochenen Berufung nach Berlin nachzukommen, anderenfalls könne er „von der Dienststelle geholt werden“.14

Dass die angestrebte journalistische Freiheit im Redaktionsalltag eher gering war, zeigte sich bald. Redakteure wurden wegen falscher Wortwahl entlassen, vermeintlich unauffällige Artikel wurden scharf gerügt und John Brech und Hans Otto Wesemann mussten sich 1941 wegen der Nennung der Namen zweier an der Kriegsproduktion beteiligter Firmen vor dem Pressegericht verantworten, allerdings ohne Konsequenzen.15

Brech blieb bis 1945 beim „Reich“. Für den „Wirtschaftsdienst“ verfasste er im ersten Heft 1941 noch einmal einen Beitrag „Vom Handelsvertrag zum Wirtschaftsabkommen“, und auch Hans Otto Wesemann schrieb im selben Jahr für den „Wirtschaftsdienst“ über sein Spezialgebiet „Verkehrsfragen“.

BArch SMT/Waldheim-Kartei zu Brech, John, geb. 06.02.1897.

Am 19. Mai 1945 wurde John Brech von der sowjetische Militärregierung in Berlin-Wannsee verhaftet und interniert. Befragt nach dem Grund für die Internierung erläuterte der mittlerweile 78-jährige Brech 1980 in einem Radio-Feature, dass er nach Auskunft eines russischen Offiziers „als aktiver und mit Namen bekannter Journalist das Hitler Regime unterstützt hätte und damit als potentiell gefährlicher Deutscher interniert worden“16 sei.

Für viele der in der sowjetischen Besatzungszone Internierten hatte sich nach deren Übergabe an die DDR-Behörden 1950 ein Prozess angeschlossen, so auch für John Brech. Er wurde ins sächsische Waldheim überstellt, wo ab April in Schnellverfahren gegen mehr als 3000 Personen langjährige Zuchthausstrafen verhängt wurden. John Brech, so lautete der Vorwurf, habe der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft „…durch seine Tätigkeit und Stellung als Verfasser und Redakteur einer faschistischen Wochenzeitschrift wesentlich zur Stärkung und Erhaltung verholfen.“17 Im Mai wurde Brech zu 12 Jahren Zuchthaus verurteilt, von denen er fünfeinhalb Jahre, bis Ende 1955, zunächst in Waldheim, später in Halle und Torgau einsaß.

John Brech 1962. Bild: WDR. | Caption: AUGUST WENZINGER 1956 Cappella Coloniensis ©WDR [A] | Titel: August Wenzinger | Bildrechte: WDR [A] | Id: 1364651

Nach seiner Entlassung wandte sich John Brech erneut dem Journalismus zu. 1958 veröffentlichte er im seit 1949 wieder erscheinenden „Wirtschaftsdienst“ einen Artikel: „Über den Wandel der wirtschaftlichen Berichterstattung“. Seinen journalistischen Schwerpunkt legte er jedoch auf das Medium, das er als junger Journalist in den 1920er Jahren intensiv begleitet hatte: den Rundfunk. Brech hatte Kontakte zum WDR, wo frühere Kollegen aus der „Reich“-Redaktion tätig waren, so Werner Höfer und Hans Otto Wesemann. Letzterer leitete einige Zeit die Wirtschaftsredaktion des NWDR, ging aber bereits 1953 zur Deutschen Welle.18 1956 erhielt John Brech ein Anstellung beim WDR. 1962 übernahm er die Leitung des Ressorts Wirtschaft, die er bis zu seiner Pensionierung 1964 innehatte. John Brech starb 1987.19

 

  • 1 Entwurf einer am 10.7.[1928] in der Redaktionskonferenz besprochenen und gebilligten Arbeitsordnung für die Redaktion des „Wirtschaftsdienst“. Staatsarchiv Hamburg, 622-1/143 Eduard Rosenbaum, 7/1: Redaktionsführung, Organisation, Personalangelegenheiten, Werbung.
  • 2 Vgl. Bundesarchiv (BArch) DO 1/4285, Vollzugs- und Krankenakte Dr. John Brech der Strafvollzugsanstalt Torgau, Bl. 4: handschriftlicher Lebenslauf, o.D und DO 1/273, Prozess- und Vollzugsakte Dr. John Brech, Bl. 2 f.: Vernehmungsprotokoll der Landesbehörde der Volkspolizei Sachsen, Abt. K, U.-Organ Waldheim vom 21.4.1950, hier Bl. 2. Vgl. auch Staatsarchiv Hamburg, 364-8 Weltwirtschaftsarchiv, Personalakten, altes Aktenzeichen P B 21 sowie Auszug zu John Brech aus der Norm- bzw. Personendatenbank der ARD. Mitgeteilt von Dr. Muriel Favre, Deutsches Rundfunkarchiv, am 26.10.2015.
  • 3 Vgl. Programmgeschichte des Rundfunks in der Weimarer Republik, Bd. 1. Hg. von Joachim-Felix Leonhard, mit Beiträgen von Horst O. Halefeldt, Theresia Wittenbrink u. Renate Schumacher. München 1997, S. 320 u. 322.
  • 4 Vgl. Auszug zu John Brech aus der Norm- bzw. Personendatenbank der ARD vom 26.10.2015.
  • 5 Zit. nach Karl-Dietrich Abel, Presselenkung im NS-Staat. Eine Studie zur Geschichte der Publizistik in der nationalsozialistischen Zeit. Mit einem Vorwort von Hans Herzfeld. Berlin 1968 (Einzelveröffentlichungen der Historischen Kommission zu Berlin beim Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin, Bd. 2), S. 85 f., Anm. 2.
  • 6 Vgl. auch BArch R 2/14208: Reichsfinanzministerium - Geldwesen - Ausfuhrförderung zur Verbesserung der Devisenlage - Eingaben und Vorschläge, Bd. 1 1934-1936, Bl. 2 ff. u. 60 f.
  • 7 Der Beitrag erschien einige Monate später, im August 1934, anlässlich der Leistungsschau der deutschen Exportwirtschaft auf der Leipziger Messe im „Wirtschaftsdienst“. Wirtschaftsdienst, Weltwirtschaftliche Nachrichten/Zeitschrift für deutsche Wirtschaftspolitik. Hg. vom Hamburgischen Welt-Wirtschafts-Archiv. Neue Folge, Heft 34, 19(1934), S. 1159-1163, hier S. 1163.
  • 8 Dr. John Brech an Dr. Werner Bosch: Exposé mit kalkulatorischen Berechnungen vom 7.5.1934 und die Notiz von Werner Bosch für Dr. Elso Klöver, Syndikus der Handelskammer, vom 12.5.1934. Archiv der Handelskammer Hamburg, I.6.P.7.1.4.
  • 9 BArch DO 1/273, Bl. 2. Die Verifizierung dieser Aussage durch eine Analyse aller Beiträge im „Wirtschaftsdienst“ von 1933 bis 1940 war im Rahmen dieser biografischen Arbeit nicht möglich.
  • 10 Vgl. BArch (ehem. Berlin Document Center): Antrag auf Aufnahme in die NSDAP, Brech, John, geb. 06.02.1897, NSDAP-Gaukartei, Brech, John, geb. 06.02.1897 und Waldheim-Karteikarten aus SMT/Waldheim-Kartei zu Brech, John, geb. 06.02.1897. Nach eigenen Aussagen sah sich John Brech, der zuvor keiner politischen Partei angehört hatte, 1937 „vor die Wahl gestellt, in die NSDAP einzutreten, oder meinen Posten zu verlieren. Ich war nun schon seit 1923 in der Zeitung „Wirtschaftsdienst tätig. So habe ich mich breitschlagen lassen und erklärte meinen Eintritt am 1.5.1937 in die NSDAP.“ BArch DO 1/273, Bl. 2.
  • 11 Ist England stark genug? Eine Bestandsaufnahme seiner Weltmachtposition. Herausgegeben vom Leiter des Hamburgischen Welt-Wirtschafts-Institut e.V. Dipl.-Ing. L.F. Hausleiter. Bearbeitet von Dr. John Brech. Hauptschriftleiter des „Wirtschaftsdienst“. Hamburg 1939, S. 5 f.
  • 12 Ebenda, S. 67.
  • 13 Vgl. zur Abberufung Brechs nach Berlin BArch DO1/273, Bl. 2. Zu den Motiven der Gründung von „Das Reich“, zur Umsetzung, Redaktionsplanung und den dort tätigen Journalisten sowie zu der Rolle der Zeitung in der der NS-Presselandschaft von 1940-1945 siehe Abel, S. 73-105 und Norbert Frei, Johannes Schmitz, Journalismus im Dritten Reich. 3., überarb. Aufl. München 1999, S. 108-120.
  • 14 Abel, S. 86 f., Anm. 46.
  • 15 Vgl. Frei, Schmitz, S. 113 f.
  • 16 Sendemanuskript „Gulag in Deutschland. Vor 50 Jahren: Die Auflösung der sowjetischen Speziallager“, Sendung im Deutschlandfunk am 16. Januar 2000. Darin ein Zitat aus dem Beitrag John Brechs in der Sendung Zeitzeichen vom 17.6.1980 mit dem Titel „Zur Aburteilung übergeben. 1950 – Die Waldheimer Prozesse“. Mitgeteilt von Andreas Gumz, Norddeutscher Rundfunk, NDR Recherche Presse & Buch - NDR Unternehmensarchiv, am 29.10.2015.
  • 17 BArch (ehem. Berlin Document Center): Waldheim-Karteikarten aus SMT/Waldheim-Kartei zu Brech, John, geb. 06.02.1897. Vgl. auch BArch DO 1/4285, 37: Entlassungsschein.
  • 18 Vgl. Aus Köln in die Welt. Beiträge zur Rundfunkgeschichte. Hg. v. Walter Först. Köln/Berlin 1974 (=Annalen des Westdeutschen Rundfunks, Bd. 2), S. 413.
  • 19 Vgl. Auszug zu John Brech aus der Norm- bzw. Personendatenbank der ARD vom 26.10.2015; Fernseh-Information, Nr. 21, 1964 über das Ausscheiden John Brechs als Leiter der Wirtschaftsabteilung; Auszüge aus dem Verzeichnis des Schallarchivs des WDR sowie der ARD-Hörfunkdatenbank mitgeteilt von Marion Gillum, Deutsches Rundfunkarchiv, am 27.10.2017 und Sendemanuskript „Gulag in Deutschland…“, Deutschlandfunk 16.1.2000.

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